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News - OESV Segler freuen sich auf Palma

24.03.2010

UM DES KÖNIGS GUNST

Österreichs Olympia-Segler wollen beim Palma-Weltcup wieder für positive Schlagzeilen sorgen und spekulieren im Idealfall mit dem königlichen Handschlag.

 

Ab kommenden Sonntag wird nicht nur die europäische Segelsaison eingeläutet, sondern einmal mehr die Frage geklärt, wer am Karfreitag in Palma de Mallorca königliche Glückwünsche entgegen nehmen darf. Königin Sophia und Juan Carlos I., der 1972 zu einem Olympiaeinsatz und Platz 15 kam und seine Segelleidenschaft nach wie vor intensiv auslebt, überreichen die Trophäen - über 1000 Aktive aus 45 Nationen wetteifern um die blaublütige Gunst der Stunde.

Der Österreichische Segelverband schickt zehn seiner Aktiven ins Rennen, der tadellose Miami-Auftritt und die zuletzt guten Trainingsleistungen lassen auf zumindest drei Finalteilnahmen hoffen. Ansprüche die durchaus legitim sind, in Anbetracht der versammelten Weltspitze wird das Gerangel um die Medal Race Plätze aber intensiver denn je. „Unser Feld hat definitiv WM-Charakter, es ist alles da was Rang und Namen hat“, bestätigt Matthias Schmid, der sich mit Florian Reichstädter das 470er Cockpit teilt und in der aktuellen Weltrangliste Platz fünf einnimmt. Das Duo hat zuletzt im Rahmen der Barcelona Olympic Sailing Week für den Ernstfall getestet und mit Platz zwei zusätzlich Selbstvertrauen getankt. „Der Barcelona-Auftritt hat neuerlich bestätigt, dass wir unabhängig der Verhältnisse mit den Besten der Besten mithalten können. Wir haben den Winter über sehr intensiv an unserer Leichtwindschwäche gearbeitet, die Ergebnisse rechtfertigen den Aufwand und machen die Brust natürlich breiter.“ Trotzdem oder gerade deshalb hält sich Schmid punkto Prognosen zurück. „Als Nummer fünf der Welt ist der Anspruch auf einen Spitzenplatz legitim, bei über 100 Teams und der enorme Dichte sind etwaige Hochrechnungen aber noch unseriös.“ Zumindest 20 Mannschaften kommen für einen Platz an der Sonne in Frage, für die heimische Nummer zwei – David Bargehr und Lukas Mähr - hängen die Trauben naturgemäß höher. Die OeSV-Junioren, die vor Miami mit Rang 25 ein durchaus gelungenes Weltcup-Debüt verzeichneten, müssen über sich hinaus wachsen, um in erster Konsequenz den Einzug in die Goldfleet zu meistern.

 

Nach drei Qualifikationstagen trennt sich erstmals die Spreu vom Weizen, lediglich das erste Drittel des Feldes kommt in die Goldflotte und bleibt somit im Rennen um die Medal Race Tickets. Die zehn Finalplätze werden am Mittwoch und Donnerstag ausgesegelt, endgültig abgerechnet wird am 2. April. „Wir segeln unsere erste Weltcupsaison und können im Prinzip nur überraschen. Der Lernfaktor ist vordergründig, wir wollen unserer Entsendung aber in jeden Fall gerecht werden“, so die Vorarlberger, die direkt von der Militär-Weltmeisterschaft aus Bahrain anreisen.

 

Auch im heimischen 49er Lager riskiert man punkto Ausgangsposition keine große Lippe. Bei Nico Delle Karth und Niko Resch, dank der bärenstarken 2009er Saison gegenwärtig die Nummer drei der Welt, ist noch ein wenig Sand im Getriebe. Vor allem die mit Rang 14 mehr als bescheidene WM-Ausbeute, lag den EM-Dritten des Vorjahres lange Zeit schwer im Magen. „Wir haben uns mit dem zweiten Platz beim Miami-Weltcup ein wenig für das WM-Desaster rehabilitieren können, so richtig rund läuft es aber noch nicht“, weiß der Tiroler Steuermann, der gemeinsam mit Resch auf der Innsbrucker Sportuniversität zuletzt im körperlichen Bereich Versäumtes nachgeholt hat. „Wir haben in der Saisonvorbereitung die regenerative Phase negiert und sind letztendlich dafür bestraft worden.“ Vor allem für Resch, der nach seiner Finger-OP auch noch mit massiven Rückenproblemen zu kämpfen hatte, kam die Belastung im vergangenen Herbst zu früh. „Wir wollten bei der WM unbedingt eine Medaille, aufgrund des konditionellen und technischen Rückstandes ist der Schuss aber nach hinten losgegangen. Die Genugtuung endlich wieder schmerzfrei im Trapez stehen zu können überstrahlt laut Delle Karth alles. „Wir sind für unseren falschen Ehrgeiz bestraft worden und haben unsere Lehren daraus gezogen. Aufgrund der fehlenden Wassertage müssen wir unsere Erwartungen ein wenig zurückschrauben, im Medal Race wollen wir aber auf jeden Fall Segel setzen.“ Ein Ziel, das für die 49er Newcomer Thomas Zajac und Thomas Czajka eher unrealistisch erscheint. Beim Debüt im Miami auf Rang 19, gilt für die beiden Tornado-Umsteiger ähnliches wie für die 470er Junioren. „Wir haben vergleichsweise wenig Druck und wollen an die gute Übersee-Performance anknüpfen“, bringt es Steuermann Zajac auf den Punkt.

 

Mit Andreas Geritzer und Florian Raudaschl setzen vor Palma auch zwei heimische Solisten Segel. Der eine zählt in der Laserklasse zu den Besten seiner Zunft, der andere will heuer der absoluten Weltspitze ein weiteres Stück näher kommen. Andreas Geritzer hat nach zwei Monaten in Übersee zuletzt vor Split trainiert und da wie dort einen sehr starken Eindruck hinterlassen. Das Zeug für einen Medal Race Einzug hat der Olympia-Zweite von Athen allemal, doch auch auf dem 32-Jährigen wartet massive Konkurrenz. 150 Lasersegler raufen in erster Konsequenz um die Qualifikation für die Gold Flotte, kein Wunder, dass Geritzer schrittweise denkt. „Der Weg bis ins Medal Race ist lange und steinig, zunächst gilt es an den Qualifikationstagen nicht auszurutschen.“

Florian Raudaschl, der den Winter über in Europa trainiert und zuletzt zwei Wochen vor Palma Material getestet hat, will neue Akzente setzen. „Ich habe in der vergangenen Saison oft an die Finaltüre angeklopft, den Einzug ins Medal Race aber immer wieder knapp verpasst. Das soll sich heuer ändern. Ich habe körperlich hart gearbeitet, bin sehr viel im Boot gesessen und hoffe bereits in Palma auf einen entsprechenden Lauf.“

 

Der Palma Weltcup wird am kommenden Sonntag mit den Qualifikationsläufen gestartet, ab 31. März wird in der Gold Flotte in den jeweiligen Klassen um die Teilnahme am Medal Race gesegelt.

 

 

Zeitplan:

 

28.-30. März                        Qualifikationswettfahrten

31. März-01. April            Final Round (Gold Fleet)

2. April                                    Medal Race

 

OeSV - Aufgebot:

 

Andreas Geritzer (Laser)                                              UYC Neusiedlersee

Florian Raudaschl (Finn)                                               UYC Wolfgangsee

Matthias Schmid/Florian Reichstädter (470er)                 YC Breitenbrunn

David Bargehr/Lukas Mähr (470er)                                YC Bregenz

Nico Delle Karth/Niko Resch (49er)                                 Kufsteiner YC/YC Velden

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