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News - 34. America´s Cup: 4 Tage bis zum Start der AC World Series

02.08.2011

Die französischen Herausforderer des  34. America 's Cup, das ENERGY TEAM hat sein Basislager nur 10 Meilen von Cascais, nahe des Turms von Belém, in der Nähe der Brücke Vasco da Gama aufgeschlagen. Das Team um Loïck und Bruno Peyron ist seit 20. Juli im Besitz ihres AC45 Katamarans und trainiert seitdem  jeden Tag,  um sich auf die erste Etappe der AC World Series, die vom 6. bis 14. August stattfindet, vorzubereiten. In der vergangenen Woche ist die Mannschaft regelmäßig gesegelt, um den One-Design Katamaran mit Flügelrigg in den Griff zu bekommen und  den Kat zu optimieren. Das gibt bereits eine Vorstellung  vom zukünftigen AC72 , mit welchem beim nächsten America 's Cup im Sommer 2013 in San Francisco gesegelt wird. Zeit für eine erste Bilanz nach einer Woche Segeln und 4 Tage vor der ersten Wettfahrt auf dem Wasser.

Der erste Eindruck vom AC45
Loïck Peyron:
Sich an den AC45 zu gewöhnen ging ziemlich schnell, aber recht kompliziert, da es bei unserem ersten Segelversuch vor Lissabon ziemlich windig war. Am ersten Tag blies es die ganze Zeit mit mehr als 20 Knoten und es gab Böen bis zu 25 Knoten. Soweit es den Wind betraf, war dieser erste Ausflug ein wenig grenzwertig. Das eigentliche Problem, vor allem am Anfang, war jedoch herauszufinden, wie man mit dem mächtigen Flügel Segel umgeht. Es ist ziemlich groß, und wir haben anfangs nicht wirklich gewusst, wie es funktioniert. Wir mussten uns erst daran gewöhnen, um in der Lage zu sein es so gut zu steuern wie es heute der Fall ist. Selbst wenn alles nach Plan läuft, liegt noch ein weiter Weg vor uns, um alles richtig zu machen und effizient sein. Die Lernkurve ist steil. Wir fangen an, eine Reihe von Manövern auszuführen, sind aber noch nicht viel weiter. Es gibt noch eine Menge zu tun.

Safety first?
LP: Ja, die Sicherheit ist das höchste Gebot. Wir versuchen, so ruhig zu bleiben, wie wir können, selbst wenn wir Lust haben aggressiver ran zu gehen. Immerhin ist dieses Boot ein Katamaran, und der Gesamteindruck ist der gleiche, wie bei jedem beliebigen Multihull. Der einzige wirkliche Unterschied ist, dass wir den Flügel in den Griff bekommen müssen, das heißt wir müssen all seine Besonderheiten herausfinden, und lernen in zu trimmen und auf Speed zu bekommen. Alles passiert hier sehr schnell. Was wir haben, ist eine klassische aerodynamische Frage, wie mit jedem Segel, bis auf das, dass dieses starr ist. Manchmal ist es mit weniger Druck ein bisschen leistungsfähiger, das ist eine wirklich wichtige Erkenntnis. Tatsächlich, hält dieses Boot nie an. Es ist kurios, sogar wenn wir geradewegs in den Wind segeln, machen wir weiterhin fahrt, da diese riesigen Flügel Segel viel weniger Widerstand als eine normales Segel erzeugen. Am ersten Tag segelten wir nur mit dem Flügel Segel und wendeten ohne irgendwelche Probleme trotz des Fehlens eines Vorsegel, was bei Katamaranen nahezu unmöglich ist. Mit diesem Boot segelst du immer im Wind, was neu und ein bisschen ungewöhnlich für uns ist.

Raum für Fortschritt?
LP: Im großen Umfang, auch wenn wir uns mit dem Boot zu arrangieren beginnen. Es gibt keine Probleme bezüglich der Sicherheit, auch wenn wir ein paar Schreck-Situationen hatten, aber wir schaffen es, Manöver für Manöver durchzuführen. Nun, es wird für uns sehr viel länger dauern optimal zu segeln, wir müssen an der Kraft arbeiten, am Trimmen, am Vorsegel, etc. Es ist alles bis auf den Millimeter und Grad genau. Wir fangen an, alle Einstellungen auf dem Boot zu notieren. Für das Flügel Segel, gibt es drei wichtige Einstellungen: die Krümmung, die Rotation des gesamten Systems und die Verdrehung an der Spitze des Flügel Segels, ein relativ einfach zu handhabendes aber aerodynamisch sehr komplexes System.

Mit welchen anderen Teams trainieren Sie?
LP: Wir haben seit einigen Tage packende Zweikämpfe mit unseren koreanischen Freunden und Sparringpartnern. In der Tat gibt es nur drei Boote die hier segeln (Team Korea, Aleph und Energie Team), die drei anderen, die Top Teams (Oracle, Team New Zealand und Artemis) fangen morgen erst an, in Cascais zu segeln.

Die Mannschaft?
LP: Die Jungs trainieren in verschiedenen Positionen bei den Turns. Es gibt eine ausgezeichnete, familiäre Atmosphäre in der Mannschaft, auch wenn noch nicht alle hier sind. Die Crew besteht aus Peter Greenhalgh, Nicolas Texier, Arnaud Jarlegan, Jean-Baptiste Levaillant, Jean Sébastien Ponce, Devan Le Bihan und Yann Guichard, der hier morgen anreist um das Steuer zu übernehmen, was bedeutet, ich werde in der Lage sein, einen Blick von außen auf das Geschehen werfen zu können, wie die Dinge laufen und kann mich so besser auf die bestmögliche Leistung des Teams und meine Aufgabe als externer Coach konzentrieren. Für die ersten Rennen haben wir noch nicht ganz entschieden, wer aufgestellt sein wird. Das eigentliche Problem ist das Gewicht, das Boot ist nicht sehr breit und das Flügel Segel ist ziemlich mächtig. Wir müssen das maximale Gewicht an Bord bringen und das haben wir noch nicht.... In der Tat, musst du wirklich schwer sein, was bei uns nicht der Fall ist, deshalb müssen wir eine andere Lösung finden.

Der Wind in Cascais?
LP: Wir sind noch in Lissabon am Trainieren und der Wind ist diese Tage sehr unbeständig. Wir werden morgen nach Cascais segeln um diese Seite zu erforschen und um dort zu trainieren. Es ist weniger Wind vorhergesagt, und wir können bei leichtem Wind segeln, was gut ist. Das heißt, wir werden in der Lage sein, unsere Arbeit einfacher und sauberer durchzuführen.

Reichen zwei Wochen Training aus?
LP: Wir sind drei Monate hinterher, oder vielleicht auch mehr aber für einen ersten Versuch reicht es. Wir machen jeden Tag einen riesen Fortschritt. Wir wissen genau, was wir gerne tun würden. Wir sind eines der kleinsten Teams in Bezug auf die Anzahl der beteiligten Personen und die zur Verfügung stehenden Mittel, aber sicher nicht im Sinne unserer Entschlossenheit und unseres Potentials, so dass wir überhaupt nicht beunruhigt sind. Wir dürfen nicht vergessen, dass das Hauptziel der Cup in zwei Jahren bleibt und es das ist, was wir anstreben. Wir sollten nicht zu aufgeregt sein, die Dinge nehmen wie sie kommen, locker bleiben und die Manöver reibungslos durchführen  ... Kein Grund zur Sorge. Wir werden bereit sein!

Was ist mit dem  Renn-Programm?
LP: Das Format dieser ersten Veranstaltung ist eher ungewöhnlich, aber es bedeutet, dass wir in der Lage sein werden, Dinge auszuprobieren, mit einer Menge Menschen an Bord.  Am ersten Samstag (6. August), wird es mehrere Fleet Rennen geben. Am Sonntag wird es seltsamer Weise nur speed runs über die gleiche Strecke geben. Montag und Dienstag sind Liegezeiten. Von Mittwoch bis Samstag (13. August) wird es Match Races geben. Schließlich, am letzten Sonntag (14. August) das große Rennen, welches für die AC WorldSeries zählt. Deshalb wird Sonntag, 14. August dann der wichtigste Tag sein, und ich werde nicht teilnehmen, was bedeutet, dass der Druck auf den Schultern meines Freundes Yann Guichard lastet, der mich an der Spitze ersetzen wird.

www.energyteam.fr

Hintergrundbild: © Gilles Martin-Raget

© Gilles Martin-Raget

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