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News - Thermik tut der Jubiläums-TW sehr gut – Sonne und Wind bescheren der TW einen gelungenen Start

20.07.2014

 

Thermik tut der Jubiläums-TW sehr gut – Sonne und Wind  bescheren der TW einen gelungenen Start
Mit einem Bilderbuchstart der Seesegler ist die Travemünder Woche in das Regattageschehen in ihrem 125. Jahr gestartet. Pünktlich um 10 Uhr schickte Seebahn-Wettfahrtleiter Wolfgang Bahr die Crews in das Mittelstrecken-Rennen Richtung Grömitz. Um 13 Uhr folgten sieben Klassen auf den Dreiecksbahnen, und auch die Segel-Bundesliga ließ die Teams für den zweiten Spieltag der Saison von der Leine (14 Uhr). Die SAP Trave Races der Formula 18 rundeten schließlich den perfekten ersten Tag der Travemünder Woche 2014 ab.
Bei einer nordöstlichen Brise mit zehn bis zwölf Knoten konnte die Wettfahrtleitung die Seebahn-Crews auf die Bahn schicken. „Es lief alles eigentlich problemlos“, sagte Bahr. Zuvor hatte es bei ein paar Crews allerdings noch ein wenig Unsicherheit über die Startsequenz gegeben, denn auf der Seebahn treffen mitunter Freizeitcrews und hoch ambitionierte Mannschaften aufeinander. Während Teams, die im August vor Kiel auch um den WM-Titel mitsegeln wollen, die Regatten der Travemünder Woche für einen letzten Leistungstest nutzen und um jede Sekunde wetteifern, genießen andere einfach mal das Gefühl, bei einem großen Event dabei zu sein. Und auch genau diese Palette an Segelbegeisterung ist es, die die Travemünder Woche so unvergleichlich macht.
Der Ritt um verschiedene Bahnmarken der Lübecker Bucht wurde dann für die Crews ein rasanter. Auf bis zu fünf Beauforts frischte der Wind auf, und die Welle rüttelte die Crews durch. „Es lief aber alles glatt, bei uns gab es jedenfalls keine Meldungen über irgendwelchen Bruch“, sagte Bahr. Als jeweils schnellste ihrer Klasse waren die „Cedo Nulli“, eine X41 von Dieter Schorling (Lübeck), bei den großen Yachten und die „Sisqua“ (Dehler 34) von Armin Balser (Niederrad) bei den kleineren Booten im Ziel.
Bei den Finns, der olympischen Klasse, die in der ersten Hälfte der Travemünder Woche an den Start geht, gibt es nach dem ersten Tag mit drei Wettfahrten eine polnische Doppelführung durch Piotr Kula und Jakub Marciniak. Kula kreuzte dreimal vor seinem Landsmann die Ziellinie.
Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Auftritt zum TW-Jubiläum für die 12-Fuß-Dinghys. Die kleinen Klassiker sind auf der TW Classic Bahn in der Pötnitzer Wiek zu bestaunen. Kunterbunt, informell und herzlich ist die Atmosphäre in der Klasse. Zwischen Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften sticht ihre „George Cockshott Trophy“ heraus, eine Regattaserie die nach dem Konstrukteur der urigen Holzboote benannt wurde. Sie wird in vier Ländern – Italien, Frankreich, Türkei und eben in Deutschland zur TW – ausgetragen. Gebaut werden die knapp vier Meter langen und 1913 entworfenen Jollen noch heute, inzwischen auch aus Kunststoff. „Gut 1000 Boote gibt es weltweit“, erklärt Andreas Fuhrhop (Lübeck), Flottenkapitän der 12-Fuß-Dinghy Flotte Nord, der selbst mit seiner „Subito“ an die Startlinie geht. Zum Auftakt zeigten sich die Dinghys in einer kleinen Segelparade vor der Viermastbark „Passat“, bevor sie in ihre zwei Rennen starteten, nach denen zunächst der Italiener Vincenzo Penagini mit zwei Rennsiegen in Führung liegt. Fuhrhop ist as bester Deutscher Fünfter.
Deutsche Farben an der Spitze gibt es in drei Klassen. Bei den Formula18-Katamaranen stehen in Abwesenheit der Travemünder-Woche-Rekordsieger, den Brüder Helge und Christian Sach aus Zarnekau, mit drei Erfolgen am ersten Tag Robert Schütz/Rea Kühl aus Flensburg an der Spitze. Vom Steinhuder Meer kommt der Führende der O-Jollen – der Klasse, die 1936 olympisch war. Harry Voss hatte in beiden Tagesrennen den Bug vorn. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich indes in der Trias die Crews von Mathias Strand (Rursee) und Holger Köhne (Potsdam). Beide haben jeweils einen Sieg und einen zweiten Platz in der Liste.
Mit viel zu viel Power am ersten Tag waren die 18-Footer unterwegs. Die Flotte der übertakelten Skiffs hatte sich am Morgen für das große Rigg entschieden – eine falsche Entscheidung, wie sich beim Einsetzen der kräftigen Thermik herausstellte. Doch für das Umriggen war es zu spät. „Damit hatten wir gerade Downwind zu viel Overload“, berichtete Norbert Peter (Berlin), der an Bord seiner „Magic Marine“ Hannes Baumann dabei hat. Der Olympia-Teilnehmer von 2012 im 49er wagt das Experiment 18-Footer und zeigte laut Norbert Peter „eine steile Lernkurve“. Zur besonderen Herausforderung für die Skiffs wurde auch das Anlanden an den Strand in den brechenden Wellen. Mit internationaler gegenseitiger Hilfe gelang das aber ohne Bruch. Nach dem einzigen Tagesrennen liegt Norbert Peter mit seiner Crew auf Platz drei. Die Führung hat der Däne Flemming Clausen inne.
Erwartungsgemäß die niederländische Flagge weht an der Spitze der Yngling-Klasse. Die ehemals für Frauen olympische Klasse trägt in Travemünde ihre Weltmeisterschaft aus. Bis Montag wird aber noch bei den Preworlds getestet. Jamin Maarten steht an der Spitze, während der internationale Klassenpräsident Mattias Dahlström als Neunter seinen eigenen Hoffnungen noch etwas hinterher hinkt.
Zum Show-Act am Nachmittag gingen die F18-Katamarane bei den SAP Trave Races an den Start. Sie zeigten dem Publikum rasante Aktionen mit viel Tempo unter Spinnaker und auch einer Kenterung vor der „Passat“. Die Zuschauer hatten ihren Spaß, und alle Crews konnten am Ende unversehrt wieder ihren Liegeplatz anlaufen.
In bestem medialen Licht erschien am ersten Tag der schönsten Segelwoche der Welt die 1. Segel-Bundesliga. Die 18 Erstliga-Vereine gehen auf dem SAP Media Race Course in den zweiten Wettbewerb der Saison. Drei Tage segeln sie landnah vor den Besuchern des Festivals. Zudem werden die Wettfahrten direkt per Live-TV auf dem Großbildschirm des SAP Sail Cube übertragen. Die Teams stehen dafür unter der Beobachtung von bis zu sechs Kameras auf den Booten und in der Luft per Ballon und Drohne. Dafür gab es von Deutschlands erfolgreichstem Segler, Jochen Schümann, ein kräftiges Lob: „Das Setup am Strand ist hervorragend. So wird Segeln für die Besucher nachvollziehbar“, sagte der dreimalige Olympiasieger, der eine Stippvisite in Travemünde einlegte. Schümann reist nach Fehmarn weiter, um dort die Charity-Aktion Sunshine4Kids zu besuchen, die benachteiligten Kindern das Segeln ermöglicht. Die Flotte der jungen Segler besucht am kommenden Wochenende auch die Travemünder Woche.
Geschwitzt haben heute nicht nur die Segler. Besucher konnten am Stand der Stadtwerke an der Travepromenade auf zwei Laufbändern ihr Bestes geben. Und das für den guten Zweck: Für jeden gelaufenen Kilometer spenden die Stadtwerke einen Euro an den Verein „Sunshine4Kids e.V.“ oder an das Lübecker Schülertheaterprojekt „Kunst am Kai“. Die eifrigen Sportler dürfen wählen, wohin die Spende geht.
Bis Mitternacht wurde gestern der Start des Jubiläums gefeiert. Die Travemünder Woche hatte rund 140 Freunde, Partner und viele Ehemalige ins Arosa Hotel Travemünde eingeladen. Der Abend – unterstützt von der boot Düsseldorf, die heute ihren großen Passat-Abend auf der Travemünder Woche veranstalten – war vollgepackt mit einem umfangreichen Programm. Den Einstieg machten die LYC-Topsegler Simon Grotelüschen (Olympiasechster in London) und Leon Oehme (Weltmeister 2014). Beide „verabredeten“ sich zum Wettsegeln auf der Trave und spielten damit die Geburtsstunde der Travemünder Woche nach: Hermann Wentzel und Hermann Dröge taten dies nämlich 1889 – vor genau 125 Jahre so. Beim Festakt gestern folgten Grußworte von Dierk Faust (Vorsitzender des Hauptveranstalters LYC), Andreas Breitner (Innenminister SH), Gabriele Schopenhauer (Stadtpräsidentin HL), Dietmer Reeh (Präsidium Deutscher Segler Verband) und Goetz-Ulf Jungmichel (Projektleiter der boot Düsseldorf). Gezeigt wurden viele alte Bilder, es gab Interviews mit den Vorsitzenden der Partnerclubs, älteren Zeitzeugen, ehemaligen TW-Chefs und vielen hochklassigen Sportlern, die ihre „Seebeine“ auf der Travemünder Woche bekommen haben – wie zum Beispiel Jürgen Klinghardt (5x Deutscher Meister, Weltmeister) oder Alexander Hagen (2x Weltmeister, 3x Europameister, 2x Olympiateilnahme). Zum Finale gab es noch einen kleinen Ausblick des scheidenden obersten Wettfahrtleiter Walter Mielke, wie er sich die 150. Travemünder Woche im Jahre 2039 ausmalt. Mit dabei hochkarätige Meisterschaften, Trave-Party und natürlich das Olympiadorf, denn „2024 werden wir ja Olympia-Gastgeber gewesen sein“.
Ausblick auf morgen:
Am ersten Sonntag der TW wartet die Jubiläumsveranstaltung wieder mit wunderbarem Sonnenschein auf. Auf der Bummelmeile können sich Besucher im größer gewordenen Erdinger Biergarten ausruhen, auf der neuen italienischen Piazza stärken oder beim Bekleidungspartner Marinepool neue Sommerkleidung shoppen. Auch auf den Bühnen ist ne Menge los: Auf der Festivalbühne am Brügmanngarten lädt um 11 Uhr die Seemannsmission zum maritimen Gottesdienst am Meer ein, „Abi Wallenstein & 8 to the bar“ präsentieren um 14 Uhr Blues &Boogie-Woogie, um 17:30 Uhr geht die Band „KurzVorDerRente“ auf die Festivalbühne und abends um 20 Uhr startet die „Westfalia Big Band“ ihr musikalisches Feuerwerk mit Melodien aus Swing, Pop, Musical und Fernsehen. Auf der Bühne des KarriereTreffs der Bundeswehr treten um 18 Uhr „Mellious“ und um 19:30 „Atomic Playboys“ auf. Im LN/NDR Medienzelt gibt es wieder eine Kochshow (16 Uhr) und Jose singt (19 Uhr). Zuästzlich gibt es den Sport-Buzzer (14:30 Uhr) und die LineWalkers (20:10 Uhr) treten auf.  Und auf der Trave starten morgen um 17 Uhr die 18 Footer zum SAP Trave Race und auf der SAP Medienbahn sind wieder die Rennen der 1. Segel-Bundesliga zu sehen.
Ergebnisse der Wettfahrten von heute:
Yngling:
1. Maarten Jamin (NED) 1.0 1.0 2.0
2. Frederik Zafiryadis / Mikkel Nørrelykke, Konrad Floryan (DEN) 2.0 2.0 4.0
3. Thomas Beck / Matthias Fahrni, Daniel Gerber (SUI) 3.0 3.0 6.0
4. Marcella Pel / Florian Van Dort, Sophie Grove (NED) 5.0 4.0 9.0
5. Jørgen Krogh / Frederik Løppenthin, Felix Jacobsen (DEN) 8.0 5.0 13.0
Trias:
1. Mathias Strang / Nina Strang, Gaede Klaus (Mülheim) 2.0 1.0 3.0
2. Holger Köhne / Köhne Jan, Köhne Uwe (Berlin) 1.0 2.0 3.0
3. Erwin Billig / Klaus Jumpertz, Jürgens Jens (Simmerath) 3.0 3.0 6.0
4. Assheuer Josef / Zeller Luis, Matthäi Felix (Köln) 6.0 4.0 10.0
5. Spießberger Christian / Matzek Christian, Bauermeister Dan (Altmünster) 5.0 5.0 10.0
O-Jolle:
1. Harry Voss (Auhagen ) 1.0 1.0 2.0
2. Munke Detlef (Steinhuder Meer) 2.0 4.0 6.0
3. Roland Franzmann (Scheppen) 7.0 2.0 9.0
4. Stephan Jarmatz (Preetz) 3.0 6.0 9.0
5. Bertallot Olaf (Hannover) 4.0 5.0 9.0
Finn Dinghy:
1. Kula Piotr (POL) 1.0 1.0 1.0 3.0
2. Marciniak Jakub (POL) 2.0 2.0 2.0 6.0
3. Phillip KASÜSKE (Kiel) 4.0 3.0 3.0 10.0
4. Simon Gorgels (München) 3.0 4.0 4.0 11.0
5. Kurfeld Ulli (Wismar) 5.0 7.0 5.0 17.0
12 Fuß Dinghy:
1. Penagini Vincenzo (ITA) 1.0 1.0 2.0
2. von der Gathen Michael (SUI) 2.0 2.0 4.0
3. Monéger Pierre (FRA) 4.0 3.0 7.0
4. Paolo Corbellini (ITA) 3.0 4.0 7.0
5. Andreas Fuhrhop (Travemünde) 5.0 6.0 11.0
Formula 18:
1. Robert Schütz / Rea Kühl (Krefeld) 1.0 1.0 1.0 3.0
2. Baas Arjan (NED) 2.0 2.0 2.0 6.0
3. Stefan Vogel / Kathrin Szasz (Leipzig) 4.0 4.0 5.0 13.0
4. Dieter Maurer / Katrin Oldenburg (Siek) 3.0 3.0 9.0 15.0
5. Friedrichsen Martin / Kühl Sönke (Flensburg) 8.0 5.0 4.0 17.0
18 Footer:
1. Flemming Clausen / Thomas Ebler, Soren Clausen (DEN) 1.0 1.0
2. Philipp Nocke / Paul Wiebel (Berlin) 2.0 2.0
3. Norbert Peter / Finn Mrugall, Hannes Baumann (Berlin) 3.0 3.0

Thermik tut der Jubiläums-TW sehr gut – Sonne und Wind  bescheren der TW einen gelungenen Start

Mit einem Bilderbuchstart der Seesegler ist die Travemünder Woche in das Regattageschehen in ihrem 125. Jahr gestartet. Pünktlich um 10 Uhr schickte Seebahn-Wettfahrtleiter Wolfgang Bahr die Crews in das Mittelstrecken-Rennen Richtung Grömitz. Um 13 Uhr folgten sieben Klassen auf den Dreiecksbahnen, und auch die Segel-Bundesliga ließ die Teams für den zweiten Spieltag der Saison von der Leine (14 Uhr). Die SAP Trave Races der Formula 18 rundeten schließlich den perfekten ersten Tag der Travemünder Woche 2014 ab.

Bei einer nordöstlichen Brise mit zehn bis zwölf Knoten konnte die Wettfahrtleitung die Seebahn-Crews auf die Bahn schicken. „Es lief alles eigentlich problemlos“, sagte Bahr. Zuvor hatte es bei ein paar Crews allerdings noch ein wenig Unsicherheit über die Startsequenz gegeben, denn auf der Seebahn treffen mitunter Freizeitcrews und hoch ambitionierte Mannschaften aufeinander. Während Teams, die im August vor Kiel auch um den WM-Titel mitsegeln wollen, die Regatten der Travemünder Woche für einen letzten Leistungstest nutzen und um jede Sekunde wetteifern, genießen andere einfach mal das Gefühl, bei einem großen Event dabei zu sein. Und auch genau diese Palette an Segelbegeisterung ist es, die die Travemünder Woche so unvergleichlich macht.

Der Ritt um verschiedene Bahnmarken der Lübecker Bucht wurde dann für die Crews ein rasanter. Auf bis zu fünf Beauforts frischte der Wind auf, und die Welle rüttelte die Crews durch. „Es lief aber alles glatt, bei uns gab es jedenfalls keine Meldungen über irgendwelchen Bruch“, sagte Bahr. Als jeweils schnellste ihrer Klasse waren die „Cedo Nulli“, eine X41 von Dieter Schorling (Lübeck), bei den großen Yachten und die „Sisqua“ (Dehler 34) von Armin Balser (Niederrad) bei den kleineren Booten im Ziel.
Bei den Finns, der olympischen Klasse, die in der ersten Hälfte der Travemünder Woche an den Start geht, gibt es nach dem ersten Tag mit drei Wettfahrten eine polnische Doppelführung durch Piotr Kula und Jakub Marciniak. Kula kreuzte dreimal vor seinem Landsmann die Ziellinie.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Auftritt zum TW-Jubiläum für die 12-Fuß-Dinghys. Die kleinen Klassiker sind auf der TW Classic Bahn in der Pötnitzer Wiek zu bestaunen. Kunterbunt, informell und herzlich ist die Atmosphäre in der Klasse. Zwischen Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften sticht ihre „George Cockshott Trophy“ heraus, eine Regattaserie die nach dem Konstrukteur der urigen Holzboote benannt wurde. Sie wird in vier Ländern – Italien, Frankreich, Türkei und eben in Deutschland zur TW – ausgetragen. Gebaut werden die knapp vier Meter langen und 1913 entworfenen Jollen noch heute, inzwischen auch aus Kunststoff. „Gut 1000 Boote gibt es weltweit“, erklärt Andreas Fuhrhop (Lübeck), Flottenkapitän der 12-Fuß-Dinghy Flotte Nord, der selbst mit seiner „Subito“ an die Startlinie geht. Zum Auftakt zeigten sich die Dinghys in einer kleinen Segelparade vor der Viermastbark „Passat“, bevor sie in ihre zwei Rennen starteten, nach denen zunächst der Italiener Vincenzo Penagini mit zwei Rennsiegen in Führung liegt. Fuhrhop ist as bester Deutscher Fünfter.

Deutsche Farben an der Spitze gibt es in drei Klassen. Bei den Formula18-Katamaranen stehen in Abwesenheit der Travemünder-Woche-Rekordsieger, den Brüder Helge und Christian Sach aus Zarnekau, mit drei Erfolgen am ersten Tag Robert Schütz/Rea Kühl aus Flensburg an der Spitze. Vom Steinhuder Meer kommt der Führende der O-Jollen – der Klasse, die 1936 olympisch war. Harry Voss hatte in beiden Tagesrennen den Bug vorn. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich indes in der Trias die Crews von Mathias Strand (Rursee) und Holger Köhne (Potsdam). Beide haben jeweils einen Sieg und einen zweiten Platz in der Liste.

Mit viel zu viel Power am ersten Tag waren die 18-Footer unterwegs. Die Flotte der übertakelten Skiffs hatte sich am Morgen für das große Rigg entschieden – eine falsche Entscheidung, wie sich beim Einsetzen der kräftigen Thermik herausstellte. Doch für das Umriggen war es zu spät. „Damit hatten wir gerade Downwind zu viel Overload“, berichtete Norbert Peter (Berlin), der an Bord seiner „Magic Marine“ Hannes Baumann dabei hat. Der Olympia-Teilnehmer von 2012 im 49er wagt das Experiment 18-Footer und zeigte laut Norbert Peter „eine steile Lernkurve“. Zur besonderen Herausforderung für die Skiffs wurde auch das Anlanden an den Strand in den brechenden Wellen. Mit internationaler gegenseitiger Hilfe gelang das aber ohne Bruch. Nach dem einzigen Tagesrennen liegt Norbert Peter mit seiner Crew auf Platz drei. Die Führung hat der Däne Flemming Clausen inne.

Erwartungsgemäß die niederländische Flagge weht an der Spitze der Yngling-Klasse. Die ehemals für Frauen olympische Klasse trägt in Travemünde ihre Weltmeisterschaft aus. Bis Montag wird aber noch bei den Preworlds getestet. Jamin Maarten steht an der Spitze, während der internationale Klassenpräsident Mattias Dahlström als Neunter seinen eigenen Hoffnungen noch etwas hinterher hinkt.

Zum Show-Act am Nachmittag gingen die F18-Katamarane bei den SAP Trave Races an den Start. Sie zeigten dem Publikum rasante Aktionen mit viel Tempo unter Spinnaker und auch einer Kenterung vor der „Passat“. Die Zuschauer hatten ihren Spaß, und alle Crews konnten am Ende unversehrt wieder ihren Liegeplatz anlaufen.
In bestem medialen Licht erschien am ersten Tag der schönsten Segelwoche der Welt die 1. Segel-Bundesliga. Die 18 Erstliga-Vereine gehen auf dem SAP Media Race Course in den zweiten Wettbewerb der Saison. Drei Tage segeln sie landnah vor den Besuchern des Festivals. Zudem werden die Wettfahrten direkt per Live-TV auf dem Großbildschirm des SAP Sail Cube übertragen. Die Teams stehen dafür unter der Beobachtung von bis zu sechs Kameras auf den Booten und in der Luft per Ballon und Drohne. Dafür gab es von Deutschlands erfolgreichstem Segler, Jochen Schümann, ein kräftiges Lob: „Das Setup am Strand ist hervorragend. So wird Segeln für die Besucher nachvollziehbar“, sagte der dreimalige Olympiasieger, der eine Stippvisite in Travemünde einlegte. Schümann reist nach Fehmarn weiter, um dort die Charity-Aktion Sunshine4Kids zu besuchen, die benachteiligten Kindern das Segeln ermöglicht. Die Flotte der jungen Segler besucht am kommenden Wochenende auch die Travemünder Woche.

Geschwitzt haben heute nicht nur die Segler. Besucher konnten am Stand der Stadtwerke an der Travepromenade auf zwei Laufbändern ihr Bestes geben. Und das für den guten Zweck: Für jeden gelaufenen Kilometer spenden die Stadtwerke einen Euro an den Verein „Sunshine4Kids e.V.“ oder an das Lübecker Schülertheaterprojekt „Kunst am Kai“. Die eifrigen Sportler dürfen wählen, wohin die Spende geht.
Bis Mitternacht wurde gestern der Start des Jubiläums gefeiert. Die Travemünder Woche hatte rund 140 Freunde, Partner und viele Ehemalige ins Arosa Hotel Travemünde eingeladen. Der Abend – unterstützt von der boot Düsseldorf, die heute ihren großen Passat-Abend auf der Travemünder Woche veranstalten – war vollgepackt mit einem umfangreichen Programm. Den Einstieg machten die LYC-Topsegler Simon Grotelüschen (Olympiasechster in London) und Leon Oehme (Weltmeister 2014). Beide „verabredeten“ sich zum Wettsegeln auf der Trave und spielten damit die Geburtsstunde der Travemünder Woche nach: Hermann Wentzel und Hermann Dröge taten dies nämlich 1889 – vor genau 125 Jahre so. Beim Festakt gestern folgten Grußworte von Dierk Faust (Vorsitzender des Hauptveranstalters LYC), Andreas Breitner (Innenminister SH), Gabriele Schopenhauer (Stadtpräsidentin HL), Dietmer Reeh (Präsidium Deutscher Segler Verband) und Goetz-Ulf Jungmichel (Projektleiter der boot Düsseldorf). Gezeigt wurden viele alte Bilder, es gab Interviews mit den Vorsitzenden der Partnerclubs, älteren Zeitzeugen, ehemaligen TW-Chefs und vielen hochklassigen Sportlern, die ihre „Seebeine“ auf der Travemünder Woche bekommen haben – wie zum Beispiel Jürgen Klinghardt (5x Deutscher Meister, Weltmeister) oder Alexander Hagen (2x Weltmeister, 3x Europameister, 2x Olympiateilnahme). Zum Finale gab es noch einen kleinen Ausblick des scheidenden obersten Wettfahrtleiter Walter Mielke, wie er sich die 150. Travemünder Woche im Jahre 2039 ausmalt. Mit dabei hochkarätige Meisterschaften, Trave-Party und natürlich das Olympiadorf, denn „2024 werden wir ja Olympia-Gastgeber gewesen sein“.

http://www.travemuender-woche.com

 

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