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News - Extreme Sailing Series™: Extrem! Eine schwere Kollision, 4 Kenterungen, 1 Mastbruch!

15.04.2011

Marinepool ist "Offizieller Ausstatter für Funktions- und Lifestylebekleidung der Extreme Sailing Series™

2. Akt, Qingdao, China, 15. April 2011

In den vier Jahren der Extreme Sailing Series hatte es niemals zuvor solche Dramen an einem Tag gegeben. Bei nie dagewesenen Bedingungen hier in Qingdao, wurde das Publikum Zeuge von außergewöhnlichem Stadion-Racing mit jeder Menge Adrenalin. Erst sah man die beiden Yachten aus dem Oman The Wave, Muscat und Oman Air ineinander krachen, danach vier Kenterungen: The Wave, Muscat (OMA) in Race 2 des Tages, sowie Red Bull Extreme Sailing (AUT), Team GAC Pindar (GBR) und Oman Air (OMA) alle in Race 4, dem letzten Race des Tages.

In den ersten beiden Wettfahrten waren die Bedingungen überaus böhig und verlangte vielen der Weltbesten Segler alles ab und brachte sie an ihre Grenzen und darüber hinaus. Wind von 3 bis 23 Knoten, im Finale des Tages sogar bis zu 30 Knoten. "Unglaublicher Tag. Man kann diesen Tag nur als extrem beschreiben. Der Wind kam durch die hohen Gebäude der Stadt wie aus Düsen, extrem drehend und sehr, sehr böig und überraschte viele Leute", meinte Will Howden, Crew auf Red Bull Extreme Sailing.

Der Skipper von The Wave, Muscat, der Australier Torvar Mirsky, der in seiner ersten Extreme 40 Saison segelt, hatte wohl seinen härtesten Tag bisher. In Race 1 des Tages beschleunigte er vor dem Wind so stark, dass er in das Schiff von Oman Air krachte und Crew Dave "Freddie" Carr in der Folge hart in die Wanten crashte. Im zweiten Race verzeichnete das Team eine beinahe katastrophale Kenterung. Freddie mußte nach seinem unfreiwilligen Ausflug ins Hospital zu einem Check gebracht werden. Obwohl er von den Ärzten das OK bekam, wird er dort für 48 Stunden zur Beobachtung bleiben.

"Ich kann ehrlich sagen, dass das der schlimmste Segeltag meines Lebens war", meinte ein sichtlich mitgenommener Mirsky, der jüngste Skipper auf dem Circuit. "Zuerst der Crash von Freddie und die Ungewißheit um seinen Zustand, dann das zweite Rennen. Wir wurden von einer Bö getroffen, die ich nicht einschätzen konnte und das Boot grub den Bug ins Wasser. Wir wußten sofort, dass das eine massive Kenterung werden würde und es kein zurück gab. Wir waren gefangen und es gab keine Entkommen aus dem Desaster. Kyle und ich wurden aus einiger Höhe abgeworfen und landeten genau auf dem Mast, der unter der Kraft des Aufschlages zerbrach." (Video auf dieser Seite). The Wave, Muscat, beschleunigte nach einem "heißen" Abfallen und einer Halse an der letzten Luvtonne und verlor die Kontrolle als eine Bö die Jacht hart traf und herumdrehte.

Die Bedingungen am 3. Tag waren Garantie, dass diese schnellen und mächtigen Extreme 40 Katamarane sogar die erfahrenen Proficrews ans Limit bringen würden. Im 3. Rennen wurde die 11 Boot starke Flotte angewiesen zu reffen und die Gennaker aufgerollt zu lassen. Eine richtige und wichtige Vorsichtsmaßnahme, aber doch nicht genug, um weitere drei Kenterungen/Überschläge im letzen Race des Tages zu vermeiden, als die Windstärke in Böen bis zu 30 Knoten betrug. Roman Hagara´s Red Bull Extreme Sailing war im Finale des Tages im Rennen um die Führung und kenterte spektakulär wenige Meter vor den Wellenbrechern: "Wir sahen eine Bö kommen und wir wußten sie würde sehr stark werden. Der Wind war zu dem Zeitpunkt als wir halsten nur 5 Knoten stark, unmittelbar danach 25 Knoten. Der Bug verschwand augenblicklich unter Wasser und wir kenterten. Es ging so schnell. Alle vier hielten sich fest und Hingen auf dem Boot, weil wir wußten, was beim letzen Mal passiert war. Daher sind wir alle in Sicherheit und unverletzt. Glücklicherweise trugen wir alle Schwimmwesten und Helme und niemand hat Schaden genommen [*Red Bull Extreme Sailing kenterte in Muscant, Oman, beim Event im Jänner 2010 während der Extreme Sailing Series Asia und Hagara verletzte sich dabei schwer]

Während Red Bull Extreme Sailing mit Hilfe des Support Bootes aufgerichtet wurde, war Ian Williams das nächste Opfer einer Kenterung. Ebenfalls neu im Multihull segelte er etwas zu "heiß" Richtung Leetonne, Seite an Seite mit Oman Air, welche mit einer Ersatzcrew wieder im Rennen waren. Oman Air´s Skipper, der Franzose Sidney Gavignet entkam, aber als Williams versuchte abzufallen und die Marke ein zweites Mal anzufahren, zwang ihn eine starke Windbö zur Kenterung.

Emirates Team New Zealand konnte alle Schwierigkeiten fernhalten und verteidigte die Topposition in der Gesamtwertung von Akt 2 vor Alinghi und Red Bull Extreme Sailing

Die "Boxengasse" wird heute Nacht mit Leben gefüllt sein, wenn die Teams versuchen werden Mensch und Material wieder auf Vordermann zu bringen. Red Bull Extrem Sailing konnte das Boot mit unbeschädigtem Mast aufrichten, obwohl dieser am Grund der Fushan Bay entlang schrammte. Team GAC Pindar wurden ebenfalls mit dem Mast in einem Stück aufgerichtet und in den Hafen geschleppt, verlor aber bei der Kenterung eines der Schwerter. Beide Teams denken, morgen wieder starten zu können. The Wave, Muscat, hingegen, traf es mit einem gebrochenen Mast weit härter. Der Schaden muß erst in seinem ganzen Ausmaß untersucht werden. Oman Air trieb lange Zeit völlig durchgekentert in der Bucht, auch diese Jacht muß erst auf Schäden untersucht werden.

Ein Tag auf den nur eine Beschreibung paßt: EXTREM!

Die dramatischen Augenblicke der Kenterung von The Wave, Muscat, sehen Sie unten. Die Mannschaft hatte großes Glück ohne Verletzungen davon zu kommen.

 

 

Extreme Sailing Series Act 2 Qingdao
Gesamtwertung nach dem 3. Tag von Akt 2 (15.4.11)

Position / Team / Skipper & Crew / Punkte

1. Emirates Team New Zealand (NZL), Dean Barker / Glenn Ashby / Jeremy Lomas / Richard Meacham 134 points

2. Alinghi (SUI), Tanguy Cariou / Yann Guichard / Nils Frei / Yves Detrey 127 points

3. Red Bull Extreme Sailing (AUT), Roman Hagara / Hans Peter Steinacher / Will Howden / Craig Monk 124 points

4. Luna Rossa (ITA), Max Sirena / Paul Campbell-James / Alister Richardson / Manuel Modena 124 points

5. Groupe Edmond de Rothschild (FRA), Pierre Pennec / Christophe Espagnon / Thierry Fouchier / Hervé Cunningham 116 points

6. Artemis Racing (SWE), Santiago Lange / Rodney Ardern / Morgan Trubovich / Andy Fethers 96 points

7. The Wave, Muscat (OMA), Torvar Mirsky / Kyle Langford / Nick Hutton / Khamis Al Anbouri  81 points

8. Niceforyou (ITA), Alberto Barovier / Mark Bulkeley / Daniele de Luca Simone de Mari 81 points

9. Team Extreme (EUR), Roland Gaebler / Bruno Dubois / Sebbe Godefroid / William Wu 75 points

10. Oman Air (OMA), Sidney Gavignet / Kinley Fowler / David Carr / Nasser Al Mashari 57 points

11. Team GAC Pindar (GBR), Ian Williams / Brad Webb / Gilberto Nobili / Jono Macbeth 27 points

www.extremesailingseries.com

Dramatisches 4. Race an Tag 3: GAC Pindar in Schwierigkeiten?© Lloyd Images

Red Bull Extreme Sailing Bugkenterung?© Lloyd Images

Crash, Mastbruch, gottseidank alle unverletzt: The Wave?© Lloyd Images