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News - Zweiter Stop erforderlich: Groupe Bel sicher in Ushuaia, ARG

10.03.2011

Group Bel sicher in Ushuaia eingetroffen

Was für eine Erleichterung! Kito und Seb erreichten gestern Abend 19:00 Uhr den Hafen von Ushuaia an der Südspitze Argentiniens. Die beiden Segler brachten ihre Jacht Groupe Bel in sichere Gewässer, nachdem sie während vieler stressvoller Stunden fürchteten, sie würden auf See den Kiel verlieren. Zwei Mitglieder des Technikteams von Groupe Bel kamen abends in Ushuaia an um den Kiel zu untersuchen. Dazu muß die Jacht aus dem Wasser gekrant werden, kein leichtes Unterfangen in der am südlichsten gelegenen Stadt der Welt!

Seit Montag mußten Kito und Seb mit der ständigen Angst leben, sie könnten auf dem Weg nach Kap Horn jederzeit den Kiel verlieren und durch kentern. Ein Gedanke der einem kaltes Schaudern verursacht! "Der Kiel bewegte der Länge nach auf Höhe etwa eines Meters. Der Lärm war so stark, dass der Eindruck entstand wir würden in jede Welle fallen. Wir hatten auch ein kleines Leck, das vom Hydraulikstempel verursacht wurde", sagte der Skipper nach dem Anlegen in Ushuaia.

Die Erfahrung der Segler war ein großer Pluspunkt. Beide hatten in der Vergangenheit bereits Krisensituationen zu bewältigen. Insbesondere Seb, als er während der Jules Verne Trophy mit Groupama vor Neuseeland kenterte. Die Groupe Bel Crew fokussierte sich auf die Sicherheit. "Wir waren in ständiger Gefahr. Sicherheit war Trumpf, wir mußten jederzeit mit einer Kenterung rechnen. Alles war vorbereitet. Die Schotts waren abgedichtet und wir trugen unsere Überlebensanzüge. Wir waren vorbereitet, gegebenenfalls Zeit im durchgekenterten Boot verbringen zu müssen."

Freunde am Ende der Welt!

Mittwoch segelte Groupe Bel während des Tages durch den fantastischen Beagles Kanal zwischen den patagonischen Inseln. "Im Morgengrauen kam ein Zodiac heran und begrüßte uns mit Schokolade, Treibstoff und Süßigkeiten. Sie waren wirklich freundlich und bereiteten uns eine großartigen Empfang!" erklärte Kito. "Guillermo Altadill, der spanische Hochseesegler kam sogar an Bord. Es ist unglaublich wen man alles trifft. Er sagte uns, dass anhand der Aufzeichnungen nur an einem Tag im Jahr so wunderbare, sonnige Verhältnisse an Kap Horn herrschen, wie wir sie hatten. Sobald wir angelegt hatten waren Böen von über 40 Knoten zurück!"

Ungezähmte Schönheit

"Patagonien war vom Barcelona Reisebüro nicht eingeplant", machte Kito in seiner Nachricht über Nacht Witze. Die Lichtverhältnisse sind unglaublich, die Berge schneebedeckt, der Wald reicht bis zum Horizont. Die Landschaft ist atemberaubend schön. Es gibt weit und breit kein Gebäude. Wir sehen sowas nicht auf der Nordhalbkugel. Hier entdecken wir wie die Welt sein sollte. Bevor der Mensch sie veränderte."

Lösungen und Entscheidungen

Mittwoch Nacht mußten Kito und Seb zugeben, dass sie nach der Pazifiküberquerung ziemlich mitgenommen wären. "Wir sind erschrocken, als wir unsere Gesichter im Spiegel des Hotelaufzugs sahen!" Die beiden Segler überließen bis auf weiteres dem Technikteam das Kommando. "Laßt uns mal darüber schlafen. Ein gutes Bett, ein leckeres argentinisches Steak und ein paar Freunde sollten helfen wieder Kräfte zu sammeln. Ich will keine übereilten Entscheidungen treffen. Wir werden das Boot auskranen, was in diesem Eck der Welt nicht so leicht sein dürfte. Dann werden wir uns den Kielschaden ansehen und sehen welche Lösungen sich finden lassen", faßte Kito zusammen. Die Regeln des Rennens schreiben einen Aufenthalt von mindestens 48 Stunden vor. Das heißt Groupe Bel ist immer noch offiziell im Rennen.

Zwischenstand, 10. März 15:00 (UT+1):

1 - Virbac-Paprec 3 / Jean-Pierre Dick & Loick Peyron, 4860 Meilen zum Ziel 
2 - Mapfre / Iker Martinez & Xabi Fernandez, 347 Seemeilen zum Führenden
3 - Renault / Pachi Rivero & Antonio Piris, 1205 miles 
4 - Neutrogena / Boris Herrmann & Ryan Breymaier, 1531 miles 
5 - Mirabaud / Dominique Wavre & Michèle Parret, 1657 miles 
6 - Estrella Damm / Alex Pella & Pepe Ribes, 1660 miles 
7 - Groupe Bel / Kito de Pavant & Seb Audigane, 1997 miles

Die weiteren Platzierungen finden Sie auf der Event Website

Hintergrundinfo zum Barcelona World Race

Regatta non-stop um die Welt für 2 Crews. Gesegelt wird auf IMOCA 60 Yachten mit einem Rumpf. Start war am 31. Dezember 2010 in Barcelona, organisiert wird die Veranstaltung von der FNOB (Fundació per la Navegació Oceànica Barcelona). Der Kurs ist etwa 25.000 Seemeilen oder 46.300 Kilometer lang und führt um alle Kaps und zwischen den beiden Inseln von Neuseeland hindurch. 30 Segler, 8 Nationalitäten, 3 Damen im Feld.

Projekt Website : www.sharingsmilestour.com 
Offizielle Website: www.barcelonaworldrace.org

Hintergrundbild: © Chris Cameron / DPPI

© Chris Cameron / DPPI

© Groupe Bel