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News - Nur Tage bis zum Start der Route du Rhum: Kito de Pavant Interview

28.10.2010

St. Malo, Frankreich

Startbereit!

Die Groupe Bel Yacht uns ihr Skipper sind bereits seit zwei Wochen in St. Malo, nachdem die Imoca 60 Rennyacht in 10 Tagen von Port Camargue überstellt wurde. Kito machte nur in Brest 48 Stunden Pause um neue Segel aufzunehmen, die bei der Rout du Rhum-La Banque Postale zum Einsatz kommen werden.

Obwohl er ein Leben lang Segler war und den Atlantik mehr als 40(!) mal überquert hat, ist die heurige Route du Rhum Kito de Pavant´s erste Teilnahme an diesem symbolträchtigen Offshore Race. Für ihn geht damit ein Kindertraum in Erfüllung. Etwas worauf der Skipper vom Mittelmeer 17 Jahre lang gearbeitet hat.

Obwohl Kito die Route du Rhum zum ersten mal segeln wird, ist er alles Andere als unerfahren. Er kennt sowohl die Route als auch die Yacht in- und auswendig und Einhandsegeln ist seine Stärke. Bei der letzten Einhandregatta an Bord von Group Bel im Winter 2007, anläßlich der Transat BtoB von Brasilien nach Britannien, war Kito Zweiter, hinter Loick Peyon aber vor niemand Geringerem als Venée Sieger Michel Desjoyeaux.

Intervie mit Kito nachdem Groupe Bel an der Dinard Boje in St. Malo gedockt hatte:

Goupe Bel ist der einzige IMOCA der von so weit kommt, wie war die Überstellung?

"Es ist wahr, dass 98% der Rhum Teilnehmer aus der Nachbarschaft von St. Malo kommen. Wir hatten einen Weg von 2.000 Seemeilen von Port Camargue, das ist kein Abstecher. Wir hatten eine Menge Wind und schwere See, was uns in die Lage versetzt hat einige Entscheidungen hinsichtlich des Bootes zu bestätigen. Seb (Audigane) hat acht Tage lange mitnotiert. Dies vor allem im Hinblick auf das Barcelona World Race an dem wir teilnehmen werden. Ich weiß nun, dass Groupe Bel in St. Malo sicher ist."

Was denkst du über dein Boot?

"Groupe Bel ist superschnell bei allen Trimms, aber wir müssen abwarten wie wir gegenüber den neuen Yachten aussehen. Wir sind in Sachen Ergonomik und Manövrierfähigkeit beim Einhandsegeln voran gekommen. Ich lerne Groupe Bel besser und besser kennen. Ich kenne alle Geräusche, die das Boot macht. Wenn ich in der Kajüte bin, weiß ich ob sie richtig getrimmt ist wenn der Wind stärker wird oder nicht. Ich fühle mich eins mit ihr."

Was hast du während der ersten Route du Rhum 1978 gemacht?

"ich war noch in meinem letzten Jahr auf dem Gymnasium in Montpellier und die Route de Rhum hat mich zum Träumen gebracht. Zwei Jahre später kaufte ich ein Boot /Rackham le Rouge, eine Rorqual aus Holz), nachdem ich auf die Universität gegangen war. Sie haben mich dort nicht viel gesehen. Ich bin mit drei Freunden zu den West Indies aufgebrochen, weil diese das Ziel der Route de Rhum waren. Ich mußte einfach dahin segeln. Seither dreht sich mein Leben um Reisen auf den Ozeanen, entweder Rennen oder Überstellungen. Ich bin Dank der Route de Rhum ein Profisegler geworden."

Wofür steht deiner Meinung nach dieses Rennen?

"Ich wollte auf wunderschönen Booten segeln, schöne Segel trimmen und in Einheit mit der See leben. Ich könnte kein anderes Leben leben. I bin zur See gegangen und ich bereue nichts. Ich hätte ein einfacher Reisender bleiben können, aber dieser Mix aus Abenteuer und Wettbewerb war zu anziehend für mich. Alle vier Jahre tat ich, was ich konnte um beim Zieleinlauf der Rhum dabei zu sein, nur um ihn zu sehen."

Welcher Rhum Segler hatte auf dich den größten Einfluß?

"Ohne Zweifel war das Mike Birch, der erste Rhum-Sieger, jemand, den ich persönlich kenne. Als er gewann, war er bereits ein weit gereister Mann und hatte eine Vielzahl von Überstellungen auf dem Buckel. Er war nicht dafür bestimmt, er war nur ein Segler, der das wollte."

Es wird also dein Kindertraum Wirklichkeit?

"So spielt das Leben! Ich mußte geduldig sein, bis ich meine erste Figaro segeln konnte, meine erste Transat Jacques Fabre und nun meine erste Route du Rhum. Ich bin in der glücklichen Situation mit diesen Voraussetzungen an den Start gehen zu können. Da den Leuten on Bel Group, die mir so viel Vertrauen entgegenbringen und es mir ermöglichen in so einem wundervollen Boot starten zu können."

Was denkst du, wie sich das Race entwickeln wird?

Es gibt 85 Teilnehmer an der Startlinie und wie immer sind diese ein Mix aus Amateuren, mit einem unterschiedlichen Ansatz und Profiskippern. Sie alle leben ihren Traum. Dank der Class 40 bleibt die Herausforderung leistbar, obwohl dies in anderen Races nicht mehr der Fall ist. Diese Seite der Rhum ist wunderbar."

Leute sprechen von beinhartem Segelsport an Board der Multihulls, der "Ultime" Klasse, aber in den IMOCAs (60 feet open monohull) wird es ebenso schwierig, warum?

Die Rhum in den IMOCAs ist ein Mittelstrechen-Rennen. Wo es in den Multihulls 4-5 Segel gibt, haben wir doppelt so viele an Board und mehr als die Hälfte davon müssen bei jeder Wende auf die neue Luvseite verbracht werden. Mit dem anderen Material für das das Gleiche gilt, sind das rund 600 Kilos, die manuell transportiert werden müssen. Und oft geht das Spiel von vorne los, sobald man denkt fertig zu sein. Dazu kommt das extrem hohe Niveau der Segler und die Ähnlichkeit im Potential der Boote und man bekommt ein Transatlantikrace das mehr wie eine lange Etappe beim Solitair du Figaro aussieht. Beim Vendée Globe segelt man in einem Stück um den Globus. Man segelt mit dem Autopiloten und sieht zu das Boot in einem Stück zu behalten. Bei der Rhum ist man 20 Stunden an Deck und am Ruder um permanent das Maximum zu geben. Es wird eine faszinierende Regatta werden und extrem schwierig zu gewinnen. Es wird ein außergewöhnliches Match werden!"

 

La Route du Rhum

9te Auflage des Rennens, das 1978 von Michel Etevenon initiiert wurde

Start 31. Oktober 2010, 13:02

Kurs: 3.543 Seemeilen von St. Malo nach Pointe-à-Pitre en Solitaire, Guadeloupe wird Backbord gelassen.

85 Teilnehmer in IMOCA, Class 40, Class Multi 50, "Ultimes", Category Rhum (multi 39-50)

Sieger in 2006: Lionel Lemonchois, 60 Fuß Tri Gitana 11, IMOCA Sieger: Roland Jourdain, Sill and Véolia

Wetter und Routingdaten sind in der IMOCA Klasse verboten.

Offizielle Website: Official website: www.routedurhum-labanquepostale.com

© Jacques Vapillon